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Was kann mir passieren, wenn ich N I C H T offen als Lesbe lebe?

 

Je mehr Du Dein Lesbischsein verheimlichst, in um so mehr Schwierigkeiten kannst Du geraten. Dich werden dann viele Ängste quälen, daß Dein Verhalten andere stutzig machen könnte und sie etwas zu ahnen beginnen. Es kann sich dazu entwickeln, daß Du ein richtiges Doppelleben führst, welches Dich richtig schlimm belastet und bis hin zum psychischen Krankwerden oder Alkoholismus führt. Denn wenn Du niemanden hast, mit dem Du über Deine Gedanken sprechen kannst, daß Du lesbisch sein könntest, oder bei Fragen nach der Liebe einen Mann vortäuscht oder Deine Partnerin verleugnest, kommt es zu mannigfachen negativen Folgen.

Du verstrickst Dich in ein Lügengerüst, mußt Dir genau merken, was Du erzählt hast, damit es nicht zu Widersprüchen kommt und Du nichts falsches sagst. Wenn Du eine Partnerin hast, kann es zu großen Beziehungsschwierigkeiten kommen, weil Deine Partnerin sich z. B. durch das Verleugnen abgewertet fühlt. Falls jemand in Deiner Umgebung etwas vermutet, kann es sein, daß Du vermehrter Diskriminierung und Sticheleien ausgesetzt wirst. Denn die Leute merken, daß Du nicht zu Deinem Lesbischsein stehst, dadurch wirkt das wie eine angreifbare Stelle, eine Schwäche, wo sie reinschlagen können.

Durch ein verstecktes Lesbischsein vermeidest Du die schmerzlichen Erfahrungen, daß sich jemand von Dir zurückzieht, wenn diese Person mit Deinem Lesbischsein nicht klarkommt. Du gehst das Risiko nicht ein, daß Deine Eltern Dich vor die Tür setzen mit den Worten „Wir haben keine Tochter mehr". Allerdings spielst Du dann eine Doppelrolle vor den Leuten, denen Du eigentlich am vertrautesten sein solltest, und das mit all den Nachteilen, die ein Doppelleben mit sich bringt. Und Du erfährst nicht, ob Deine Eltern sich nicht vielleicht nach dem ersten Schock bekrabbeln und sich hinter Dich stellen.

Beruflich wirst du mit einem verstecktem Doppelleben besser dastehen, wenn Du bei einem kirchlichen Träger arbeitest und dort weiterarbeiten willst. Eigentlich darf niemand wegen seiner sexuellen Orientierung gekündigt werden, aber die Kirche bildet eine Ausnahme. Homosexualität verstößt gegen die innerkirchlichen Regeln und ist somit bei kirchlichen Trägern ein legaler Kündigungsgrund. Jedoch können Dir die Folgen des Doppellebens auch hier sehr zu schaffen machen. Zwar darfst Du bei allen nicht-kirchlichen Trägern wegen Homosexualität nicht gekündigt werden, aber durch ein Verstecktleben vermeidest Du das Risiko eines anderen, vorgeschobenen Kündigungsgrundes. Da Du außerdem ja die Kollegen nicht so einfach auswechseln kannst, bist Du auf der sichereren Seite, wenn Du aus Angst vor Sticheleien oder Beleidigungen / Diskriminierungen ein Doppelleben führst. Dies trifft vor allem auf Arbeitsbereiche zu, in denen Du mit Kindern arbeitest, weil Dir unterstellt werden könnte, Du würdest sie „zu Homos erziehen".

Du siehst, es gibt jede Menge Vor- und Nachteile für das Offenleben und Verstecken des Lesbischseins. Wie Du Dich in der jeweiligen Situation verhalten willst, kannst Du nur selbst entscheiden. Aber oft hilft es, erst mal mit jemanden darüber zu reden, der Deine letztendliche Entscheidung stehen läßt, egal wie sie ausfällt.

Zu guter Letzt möchte ich noch darauf hinweisen, daß die „Schere im eigenen Kopf" am meisten zu schaffen macht. Du kannst nie wissen, wie jemand wirklich reagieren wird, und oft wirst Du mit Deinen Vermutungen falsch liegen. Wenn Du eine negative Reaktion erlebst, dann denke immer daran, daß frau meist das nicht mag, was frau an sich selbst nicht leiden kann. Das bedeutet, die negativsten Erfahrungen machst Du mit den Leuten, die Angst vor ihren eigenen homosexuellen Neigungen haben.

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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